Gruppensommerlager 2015 in Telfs, Tirol

 

Verrückte Märchenwelt!

Es war einmal, vor gar nicht langer Zeit, eine Pfadfindergruppe voller lustiger und fröhlicher Kinder. Diese Pfadfindergruppe ist auch heute noch weithin bekannt als „Pfadfindergruppe Bergheim“. Für ihr Sommerritual – das alljährliche, von ihnen so genannte „Sommerlager“ – bestiegen sie alle gemein einen großen fahrenden Unterteller (im Volksmund „Zug“ getauft) und dieser führte sie über Berge, durch Schluchten, vorbei an Seen und Flüssen (naja, fast zumindest) bis in die tiefsten Wälder der höchsten Berge im Tiroler Land: nach Telfs. Als sie den Ort, der vor Mysterien und Magie geradezu sprüht, erreichten, erschienen ihnen zwei seltsame Gefährten. Diese erzählten ihnen eine Mär, eine furchtbare Mär! Wie sie berichteten, hatte jemand den Grimms einen kleinen Streich gespielt und alle Märchen durcheinander gebracht…

Am 11. Juli haben wir Bergheimer gesammelt unsere Sachen gepackt und sind ab in den Westen gefahren – denn im Westen ist’s ja bekanntlich am besten! Als erstes hat uns gleich der Lagerplatz imponiert, denn dieser befand sich praktisch mitten im Wald. So konnten wir unsere Zelte unter Bäumen aufschlagen, neben der schönen und modernen Hütte der Pfadfindergruppe Telfs. Das war für Leiterteam wie Kinder mal etwas ganz neues – aufregend!

Kaum sitzen wir alle gemütlich am Abend beim ersten Lagerfeuer, erhielten wir bereits den ersten Besuch: der Froschkönig und Rotkäppchen baten uns um unsere Hilfe, denn wie es schien, waren wohl alle Märchen durcheinander geraten.

Die Woche über halfen wir also, die Märchen wieder zu sortieren. Dazu mussten wir aber erstmals beweisen, dass wir alle Märchen auch richtig kennen: mit Theaterstücken (allesamt sehr unterhaltsam!), aufgeführt in durchgemischten Kleingruppen von GuSp bis zu RaRo, haben wir unser Wissen unter Beweis gestellt. Daraufhin war es an uns, die Gebrüder Grimm zu finden und zu Rate zu ziehen – immerhin sind es allesamt ihre Werke gewesen, die von einer Hexe durcheinander gebracht worden waren. Leider fanden wir nur den bösen Wolf in der Hütte der Grimms vor, der sie bereits vor uns gesucht hatte. In einer Nacht&Nebel-Aktion, gemeinsam mit dem Wolf, haben wir es dann geschafft, die Gebrüder von der Hexe zu befreien, die sie im Wald gefangen gehalten hatte.

 

Von den Strapazen dieser schwierigen Rettungsaktion haben sich alle erst einmal erholen müssen – und so ging es für die einzelnen Stufen zu unterschiedlichen Zielen: die GuSp haben ihren freien Tag in Innsbruck verbracht und dort ein Stadtgeländespiel gelöst, Eis gegessen und ein wenig die Stadt erkundet. Auch die CaEx sind in die Landeshauptstadt gefahren, bei ihnen war allerdings eher gemütliches Programm angesagt: chillen, shoppen, Kaffee trinken – wie es sich wohl gehört. Die RaRo haben sich auf den Weg in den Alpenzoo gemacht; man kann also fast behaupten, sie waren… wandern ;).

Ein Tag Pause war genug ausgeruht – und die Probleme in der Märchenwelt noch immer nicht gelöst. Wie es schien, waren die Artefakte verschiedener Figuren durcheinander gekommen und verloren gegangen, und so halfen wir den Grimms, wieder Ordnung in das Chaos zu bringen: bei den Findern der verlorenen Teilchen erledigten wir unterschiedlichste Aufgaben, um als Belohnung die Teilchen „bezahlt“ zu bekommen. Es gelang – und so erhielt Froschkönig seinen Ball zurück, Frau Holle ihren Polster, der Prinz seine Krone, Schneewittchen ihren Apfel, Goldlöckchen die Zutaten für den Brei und Rapunzel ihr langes Haar!

Jetzt gab es nur noch ein großes  Ziel: die Hexe zu fangen, ihren Zauber rückgängig zu machen und sie für immer zu verbannen! Und auch das schafften wir mit Links: noch einmal begaben wir uns nachts in den Wald, und schafften es, die Hexe zu finden und die Märchen der Grimms zurück zu erobern. Die Hexe nahmen wir gefangen, und führten sie zu unserem Lagerplatz zurück, wo sie am nächsten Morgen ihr Schicksal erwartete: sie solle für immer in ein Schwein verwandelt werden, und ihren Lebensabend im Wald als ein solches verbringen – und so geschah es.

… So kam es also, dass die Pfadfinder Bergheim alle Märchen – von Westen bis Osten, von Norden bis Süden, gerettet haben. Sie werden für immer in die Geschichte eingehen als die „tapferen Pfadfinder aus dem Salzburger Lande“. Und wenn sie nicht gestorben sind, dann pfadfindern sie noch heute.

Wie immer war es ein großartiges Lager – die Kinder wie auch das Leiterteam hatten großen Spaß, ob beim Märchen retten, pfadfinderischen Tätigkeiten wie Lagerfeuer machen und Zelte aufbauen, oder entspannenden Nachmittagen beim Fimo- und Gipsmaskenbasteln, Perlentierchen binden oder Lederflecke zu tollen Kunstwerken verarbeiten! Zu unserem großen Glück hat heuer auch – ganz im Gegensatz zum Vorjahr – das Wetter von Anfangs bis (fast) ganz zum Schluss immer mitgespielt, und unsere lustige Woche noch abgerundet. Wir freuen uns aufs nächste Jahr, und somit die nächsten Abenteuer!